POLITISCHER ASCHERMITTWOCH 2015

Ortsverein

Florian Pronold auf unserem „Politischen Aschermittwoch“ in Prichsenstadt

Es ist nach Vilshofen und Schweinfurt der dritte politische Aschermittwoch für Florian Pronold, aber abgekämpft wirkt er nicht, als er vom SPD-Kreisvorsitzenden Heinz Galuschka und gut 200 Besuchern in der TSV-Halle in Prichsenstadt zum 12. Politischen Aschermittwoch willkommen geheißen wird. Und nach dessen Begrüßungsworten, den Grußworten vom stellvertretenden Landrat Robert Finster und dem mittlerweile elften (einmal war er krank) Auftritt von Nachtwächter Hermann Schlossnagel ergreift der Festredner ohne Umschweife das Mikrofon.

Er sei mal gefragt worden, sagt er, wie er den politischen Spagat schaffe. Den Spagat, als SPD-Landesvorsitzender in Bayern die CSU politisch zu bekämpfen und in Berlin als parlamentarischer Staatssekretär (und somit Regierungsmitglied) mit ihr in der Regierung zusammenzuarbeiten. „Das klappt ganz hervorragend“, sagt er. „Es ist einfach schön, in Berlin die Politik mitzugestalten und gleichzeitig anzuschauen wie es ist, wenn in Bayern die CSU regiert.“

Überall da, wo die SPD regiere, ginge es den Menschen besser, gibt sich Pronold überzeugt. Er geht auf die Schulpolitik ein: „Leider ist man in Bayern nicht in der Lage, die notwendigen Lehrerzahlen rechtzeitig zu berechnen.“ Sechs Jahre habe die Staatsregierung Vorlaufzeit, bis die Kinder eingeschult werden, „und am Schuljahresbeginn wird es immer hektisch, das ist keine vernünftige Schul- und Bildungspolitik“.

Ganz im allgemeinen Stil des politischen Aschermittwochs sind die Pfeile, die Pronold auf die Gegner schießt, nicht wirklich vergiftet. Eher sind es kleine Gemeinheiten, etwa die Umrechnung der Umfallgeschwindigkeit eines Horst Seehofers. „Die würde, in Energie umgerechnet, ausreichen, um ganz Europa mit Energie zu versorgen“, sagt Pronold. Den Auftritt von Bayerns Finanz- und Heimatminister Markus Söder im Bayerischen Fernsehen kritisiert er als „so aufklärerisch vom BR, wie die Propaganda in Nordkorea“ und vielleicht gebe es in der Serie „Da-hoam is Dahoam“ bald eine neue Folge „Vom Winde verweht“ mit Horst Seehofer in der Hauptrolle.

Im Bezug auf die Energiewende benutzt Pronold den Begriff „Energie-Chaos“. Da unterschreibe Seehofer erst einen Koalitionsvertrag für die Stromtrasse und für die Windräder, dann bekämpfe er die Trasse und stellt eine 10H-Regelung auf. Das Schlimmste sei für ihn aber der Ausstieg aus dem Atomausstieg: „Nach Fukushima hat man den Seehofer nicht wiedererkannt, was pro Windkraft angeht, jetzt erkennt man ihn nicht wieder in dieser 10H-Regelung.“

Dann wird er ernst, die Rente steht auf seinem Spickzettel. Wer sich 45 Jahre „krumm gearbeitet hat“ und in die Rentenkasse eingezahlt habe, der habe auch einen Anspruch auf einen gesicherten Lebensabend. Stichwort bezahlbares Wohnen, was auf dem Land sicherlich kein Problem sei, in Ballungszentren wie München schon. „Dort kostet ein Quadratmeter 13 Euro kalt“, rechnet er vor. Daher setze sich die SPD für die Mietpreisbremse an, die unter anderem verhindern soll, dass bei einem puren Mieterwechsel 20 bis 50 Prozent Mieterhöhung legal sei.

Stichwort Städtebauförderung, „wir haben uns gegen die Streichung dieses Programmes durchgesetzt, denn die Menschen sollen sich in ihren Heimatstädten wohlfühlen können“. Mit der SPD würde es gelingen, dass Bayern sozialer, weltoffener und moderner werden könne, wenn die SPD regieren würde. „Was in ganz Deutschland klappt mit der Hilfe der SPD, das kann auch in Bayern klappen“, schloss er seine Rede.

Den zweiten Teil des Abends, das politische Kabarett mit Benjamin Eisenberg aus Bottrop, bekam Pronold nur zur Hälfte mit, weil er sich auf den Weg nach Berlin machen musste.

Von Guido Chuleck, Main-Post

 
 

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