Die SPD zeigt Humor und Optimismus

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Martin Burkert u. Frank Hofmann im Gespräch

Die Sozialdemokraten haben Humor und wieder Zuversicht. Beim Politischen Aschermittwoch im Landkreis Kitzingen – wie in den vergangenen Jahren in Prichsenstadt – verbreitete Martin Burkert vor den 150 Zuhörern Optimismus. Der Vorsitzende der bayerischen Landesgruppe der SPD im Bundestag meinte, dass seine Partei über die Wahlen in den Bundesländern wieder auf den Boden kommen müsse und es auch werde.
Vor dem Termin bei den Genossen im Kitzinger Landkreis hatte der Abgeordnete in Schweinfurt gesprochen. Burkert, der den Wahlkreis Nürnberg-Süd und Schwabach vertritt, kommt aus der Gewerkschaftsarbeit. Er war zuvor bei der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft tätig. Der 46-Jährige gehört zur neuen Generation der SPD, für die er 2005 nach Berlin zog. „Die Signale der SPD stehen auf grün“, blieb er in der Sprache der Bahn. Wer die Lokomotive dann sein solle, dazu sagte er allerdings nichts. Die SPD müsse eine Partei des Fortschritts bleiben, die Wahlen in Hamburg seien der Anfang gewesen. Der Freistaat Bayern sei von der SPD mitgeprägt, es sei auch an der Zeit, dass die Sozis wieder in Bayern mitregierten.


Olympia und die Folgen
Für Kritik am politischen Gegner hatte Burkert genügend Ansatzpunkte. Der Rücktritt von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg habe den Wissenschaftsstandort Deutschland „massiv beschädigt.“ Würde die Bundeskanzlerin Angela Merkel bei der Union von Werte, Anstand und deutschen Tugenden sprechen, der halbe Bundestag käme aus dem Lachen nicht mehr heraus, meinte er. Und in Asien brauche sie das Thema Kopien und Plagiate nicht mehr anzusprechen. Burkert teilte aus: Das Desaster der Landesbank, die Gesundheitsreform oder die handwerklichen Fehler beim Thema Biosprit E10 prangerte er an. Zur Energiepolitik: In Schweinfurt sei es selbstverständlich, dass das Kernkraftwerk in Grafenrheinfeld dicht gemacht werden müsse. Zu Olympia 2018 fragte er, wer die Kosten für den Ausbau der Infrastruktur tragen werde, falls München den Zuschlag bekomme. Sollte es so weit kommen, „dann wird der Bundesverkehrsplan 2014 zur Farce“. Eventuell geforderte Entlastungsstraßen würden für den Fall in noch weitere Ferne rücken.
Überzeugt ist Martin Burkert dagegen, dass es in Deutschland schon bald einen Mindestlohn geben werde. 2013 hofft er auf ein gutes Wahljahr für die SPD; in Baden Württemberg sei bereits im März ein Regierungswechsel fällig. Sein Kollege im Bundestag, Frank Hofmann (Volkach), sowie der Kreisvorsitzende Heinz Galuschka, dankten „für den leidenschaftlichen Vortrag“.
Dass die SPD Humor hat, bewies wieder der kabarettistische Teil im Anschluss an Burkerts 45-minütiger Rede.
Mit Björn Pfeffermann hatten die Genossen einen smart wirkenden Entertainer eingeladen, der zwar feststellte, dass „die alte Tate SPD“ vor Selbstvertrauen strotze.

Björn Pfeffermann

Er fragte sich aber, wer dort nachkomme. Neben politischen Themen zog Pfeffermann das Fernsehen und die Medienlandschaft durch den Kakao. Er präsentierte seine Visionen von der Zukunft. Schmissig, witzig, aber auch tiefgründig und mit einer Prise Humor verteilte er Seitenhiebe, um später auch herrlich in die Probleme des täglichen Lebens abzuschweifen.
Text Andreas Stöckinger, Main-Post

 
 

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